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Aus der Sitzung des Gemeinderats vom 27.02.2019

Informationen zu Themen der Energieversorgung

Archivbild Photovoltaikanlage der "Stoiadler-Solar" auf dem Dach der Grundschule

Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, die ausnahmsweise an einem Mittwoch stattfand, standen Themen der Energieversorgung und Fragen zum Umgang mit Krisensituationen. Im Konzessionsvertrag mit dem Energieversorger EnBW ist festgeschrieben, dass auf Wunsch der Gemeinde jährlich über Planungen und aktuelle Entwicklungen berichtet wird. Diesem Wunsch ist das EnBW Regionalzentrum Mittlerer Neckar auch in diesem Jahr nachgekommen und hat mit viel Manpower über aktuelle Entwicklungen und Geschäftsfelder informiert. Bürgermeister Martin Fritz begrüßte hierzu den Leiter des EnBW Regionalzentrums Mittlerer Neckar Lars Grunder und dankte für die gute Zusammenarbeit. Die Abstimmung im Zuge der örtlichen Tiefbau- und Sanierungsmaßnahmen funktioniere reibungslos. Dies sei auch dem Einsatz des Kommunalberaters Rolf Klass zu verdanken.  In seinem Impulsvortrag zur Energiewende und zu den neuen Geschäftsfeldern der EnBW gab Lars Grunder Einblicke in die komplexe Energiewirtschaft und zeigte auf, welche Auswirkungen die Stilllegung von Kernkraftwerken und der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf die Stromnetze haben. Die EnBW habe die Herausforderung angenommen, den Kulturwandel vom reinen Sicherheitsdenken zur Gewährleistung der Grundversorgung mit Netzstabilität hin zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle zu gestalten. Hierbei spiele künstliche Intelligenz und die Nutzung neuer Technologien eine wichtige Rolle. Jens Gehrt und Norbert Ziermann führten im Anschluss aus, wie sich das Stromnetz konkret in Großbettlingen darstellt und künftig entwickelt wird. Festzustellen sei ein klarer Trend zur Verkabelung der Freileitungen. Mit einer durchschnittlichen Ausfallzeit von jährlich 1,6 Min. in den Jahren 2014 bis 2017 sei in Großbettlingen im Vergleich zum Bundesgebiet (13,3 Min.) und anderen europäischen Ländern (Frankreich 68 Min.) eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet worden. Die Investitionen in Ausbauprojekte und Netzverkabelungen beliefen sich in den Jahren 2017 und 2018 in der Gemeinde auf rund 900.000 Euro. Für das Jahr 2019 sind erneut Investitionen in Höhe von rund 220.000 Euro eingeplant. Auf knapp 10 Prozent bemisst sich in Großbettlingen der Anteil erneuerbarer Energien, der in das Versorgungsnetz eingespeist wird.  Krisenmanagement Im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach dem Katastrophenschutzgesetz will sich die Gemeinde für künftige Schadensereignisse und Krisen wappnen und entsprechende Alarm- und Einsatzpläne ausarbeiten. Die Entwicklung eines Notfallmangagementsystems soll dazu beitragen, Schadensereignisse durch Unwetter / Sturm mit Starkregen sowie Stromausfälle über ein entsprechendes Notfallhandbuch mit Berücksichtigung der spezifischen örtlichen Gegebenheiten zu handhaben. Die EnBW hatte hierzu ein entsprechendes Angebot unterbreitet, das nach ausführlicher Beratung mit einem Kostenvolumen von rund 14.000 Euro vom Gemeinderat mit großer Mehrheit beauftragt wurde.

Im Anschluss informierten die Fachleute über weitere Themen wie das Internet der Dinge mit Lösungen für intelligentes digitales Energiemanagement zur Steuerung von Heizungen sowie Technologien für die Zählerfernauslösung, Übertragung von Füllständen sowie verschiedene Anwendungsbeispiele im Rahmen des Gebäudemanagements. Der von der EnBW favorisierte Industriestandard LoRa war zuvor in der Bürgerfragestunde von einem Bürger kritisiert worden, der einerseits auf die Technik-Neutralität hinwies und sich im Übrigen für strahlungsarme oder strahlungsfreie Technik aussprach. Bürgermeister Martin Fritz hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass es aktuell lediglich um die Information des Gemeinderats gehe, wie sich die technischen Möglichkeiten künftig entwickeln.  Zum Schluss der Beratung über die für den Laien sperrigen Themen wurde die Zukunft der Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden diskutiert, deren Weiterbetrieb nach dem Auslaufen der staatlichen Förderung für die seitherigen Betreiber nicht mehr rentabel ist. Hierzu werden zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Beratungen erfolgen.   

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